In den siebzigern und frühen achtziger Jahren war Druillet einer der Sterne am europäischen Comicfirmament neben Moebius oder Bilal. Irgendwann wurde es recht ruhig um ihn was die Comics betrifft. Druillet betätigte sich mehr als Architekt und Designer, seine Comics gerieten weitestgehend in Vergessenheit – vollkommen zu Unrecht, wie ich meine.

Meine Liebe zu Comics begann frühe wie bei allen anderen auch mit Donald Duck, dann kamen Asterix und Lucky Luke, ein wenig später Spider Man und der Hulk, dann die Werke von Moebius und Corben und schließlich die Mangas. Ein ganz besonderer Moment war dabei mein erster Blick in Lone Sloane von Druillet. Das war eine Offenbarung. Einen solchen Detailreichtum hatte ich vorher noch nie gesehen.

Erstmalig veröffentlicht 1972 wurde es 2015 sowohl in englischer als auch in deutscher Sprache neu aufgelegt und ist noch bei Amazon erhältlich. Wer darauf besteht, kann es sich auch als Ebook zulegen, aber wer würde das schon tun? Ein Comic als Ebook?

Mich interessiert bei diesem Album die Story kein bisschen. Ich bin auch der Meinung, man muss eine ganze Menge komischer Pilze gegessen haben, um sich das auszudenken, irgendwo zwischen Science Fiction, Späthippie-Esoterik und schlechtem (oder besonders gutem) Trip. Für mich ist es ein reiner visueller Overkill, und als solcher etwas ganz Besonderes. Kein Zeichner vor oder nach ihm hat jemals solche atemberaubenden Kompositionen geschaffen. Ich möchte mir einzelne Seiten vergrößern und an die Wand hängen.

Es kostet nicht viel, kauft es. Glaubt mir, Ihr werdet es nicht bereuen.

Alle Bilder Eigentum von Titan Comics

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