Es scheint ein wenig Verwirrung bei diesem Punkt zu herrschen. Sie können manchmal lesen, dass die Retrospektive eine Sache des Entwicklerteams und des Scrum Masters sei. Vom Product Owner wird da nicht gesprochen, also nimmt der auch nicht teil? Meiner persönlichen Meinung nach ist das Blödsinn. Der Product Owner gehört als aktiver Bestandteil unbedingt mit in die Retrospektive. Er ist Teil des Teams, und das gesamte Team diskutiert darüber, was gut und was schlecht läuft.




Wenn ein neues Team zusammengestellt wird, ist die Bestimmung des Scrum Masters ein kritischer Punkt. Bei einem eingespielten Team, in dem sich alle beteiligten Personen gut kennen, und Scrum im Unternehmen bereits gut eingeführt ist, kann das Team selbst ein Mitglied zum Scrum Master machen. Darin ist kein Problem zu sehen. Wird das Team jedoch neu zusammengestellt, müssen sich die verantwortlichen Personen darüber im klaren sein, dass es einige Zeit braucht, bis ein Team wirklich gut funktioniert. Dabei durchläuft es vier Phasen, in der modernen Zeit bezeichnet als Forming, Storming, Norming, Performing. Ganz knapp formuliert muss es sich zunächst kennenlernen und Konflikte ausräumen, bevor es in eine Phase der Normierung kommt, in der ein allgemein akzeptiertes Vorgehen definiert wird. Erst dann kann es sein gesamtes Potential ausschöpfen.
Dem Product Owner kommt die Rolle zu, die Anforderungen von Kunden oder internen Fachabteilungen einzuholen. In der Zusammenarbeit mit einem Kunden ist das kein Problem, da es in aller Regel nur eine Partei gibt, deren Wünsche und Anforderungen berücksichtigt werden müssen. Bei einem Inhouse-Projekt wird die Sache wesentlich schwieriger. Der Product Owner steht zwischen Marketing, SEO, Geschäftsleitung, Data Analyse und noch weiteren Personen, deren Feature Requests berücksichtigt werden müssen. Dabei stehen Product Owner oft vor der schwierigen Situation, dass alle Interessenvertreter gleichzeitig Wünsche äußern, die selbstverständlich alle der höchsten Priorität unterliegen.







